H2O

Verborgen ist die Quelle

Sie sprudelt,

sie versiegt.

 

Hangabwärts, oberhalb einer halbdurchlässigen Stauschicht, schiebt sich ein Wasserstrom durch die dünne Vegetationsmatte in das flache Wurzelgeflecht einer alten Fichte.

Warum dort eine Fichte steht und nicht wie zu vermuten z.B. eine Schwarzerle (alnus nigra) ist nicht bekannt.

Sehr wohl aber, dass die flüssige Nahrung dieser Quelle manchmal kaum oder gar nicht zum Vorschein tritt.

Besonders nach trockenen Sommern und Herbsten sind auch an dieser sonst recht feuchten Stelle eine unumkehrbare Verödung und Trockenheit festzustellen.

 

So ein Glück wenn Winter ist!

 

Denn dann gibt es feinsten Schmelzschnee, frisch geerntet und in riesigen Töpfen weichgekocht.

Das beste Mittel für garantiertes Aldente im Kern der Hüttenspaghetti!

 

„Quelle!

Sprudle doch!

Auch Herbst und Sommers,

und versiege nicht, wenn man dich nötens sucht!“

 

 

Weitere Infos zur Quelle

Nach einem leichten Spaziergang vom Goisern-Tal hinauf an die Waldgrenze zur Raschberg-Hütte, kann es durchaus vorkommen, daß ein hyperventilierender Sonntags-Spaziergänger, der bereits seine Zunge gegessen hatte, ein Gläschen erfrischendem Alm-Quells sich genehmigen will.

Im Umkreis von ca.70m (vertikal) und 15m (horizontal) braucht der Suchende nicht unbedingt den Spürsinn eines Trüffelschweins zu besitzen, aber es schadet nicht, über solchen zu verfügen.

Es gibt also eine Quelle vor Ort, deren Ursprung dem Raschberg-Team derzeit noch unbekannt ist.

Der Hüttenbesucher entdeckt in der Stube eine Dokumentation des genauen Quellen-Standorts, auf einer Holztafel eingebrannt.

Man erkennt einen Pfeil, mit der Aufschrift: „Raschberghütte“.

Wo ist die Quelle? Ah, bei dem Baum unten, steht der noch?

 

Die Hüttenbesucher beschließen einen Freiwilligen, der, mit großen Kanistern bewaffnet, Wasser aufspürt und holt.

Der Wasserträger also.
Der Abstieg zur Quelle ist einfach, bei Schneelage noch leichter. Umgekehrt proportional ist die Rückkehr, sofern sich nicht ein Faß lockert und ins Tal donnert.

Die Wasserqualität ist mit der „Unbekanntheit“ der Quelle per se verküpft. Geheimnisvolle Schlauch-Enden, oder bräunlich versiegte Gebirgstümpel, wechseln mit kristallklaren Gebirgsbächlein. Der Wasserträger fragt sich: Gibt es weiter oben eine Alm, eine Weide? Er denkt nicht weiter nach und füllt die Kanister.